Das Unihertz Atom ist ein Outdoor-Zwerg

Von Klaus Wedekind

Unihertz

Obwohl es winzig klein ist, soll das Unihertz Atom ein echtes Outdoor-Smartphone mit allem drum und dran sein. Der erste Eindruck ist gut, der Hersteller hat einiges besser gemacht als bei seinem ersten "Weltrekord-Handy".

 

Das Jelly Pro hat in der Redaktion von n-tv.de als "kleinstes 4G-Smartphone der Welt" viel Sympathie gewinnen, konnte aber wegen einer doch etwas zu knappen Ausstattung nicht vollständig überzeugen. Vor allem die Akku-Leistung ließ zu wünschen übrig. Der Nachfolger Unihertz Atom scheint da vieles besser zu machen, wie ein erster Blick auf das Gerät zeigt.

 

Der Zwerg hält dicht

Obwohl das 4G-Handy mit 97 x 45 x 19 Millimeter kaum größer als das Jelly ist, ist der neue Winzling ein richtiges Outdoor-Handy. Es ist nach IP68 wasser- und staubdicht und sein robustes und griffiges Kunststoffgehäuse soll einiges einstecken können. Tatsächlich macht es in der Hand einen sehr stabilen Eindruck - ganz anders als das etwas knarzige Jelly Pro.

 

Beim Display hat sich nicht allzu viel getan. Es ist ebenfalls rund 2,4 Zoll groß und bietet mit einer eher bescheidenen Auflösung nur eine Pixeldichte von 203 ppi. Doch obwohl Schrift so nicht wirklich scharf dargestellt wird, kann man Texte in Apps und auf Webseiten noch gut lesen. Wichtig ist, dass das Gerät im Gegensatz zum Jelly eine automatische Helligkeitsanpassung hat.

 

Unihertz CMS - a big picture


 

Starkes Innenleben

Passend zum äußeren Eindruck werkelt im Inneren ein 8-Kern-Prozessor, der mit 2 Gigahertz fast doppelt so schnell wie beim Vorgänger ist. Auch den Arbeitsspeicher hat Unihertz auf 4 Gigabyte verdoppelt. In der Kombination sollte das Duo immer eine flüssige Bedienung ermöglichen können und auch einfache Spiele zwingen den Smartphone-Zwerg wohl kaum in die Knie. Ein schneller Test mit Subway Surfer verlief problemlos.

 

Auch das Display reagiert flott, doch es bleibt immer das Problem, dass für die Finger auf der Tastatur sehr, sehr wenig Platz ist. Bequemer macht die Bedienung, dass das Atom trotz seiner geringen Größe einen Fingerabdrucksensor unterm Bildschirm hat, der gleichzeitig als Home-Button dient.

 

Beim internen Speicher hat sich der Hersteller diesmal nicht lumpen lassen und satte 64 Gigabyte reingepackt. Das Jelly muss mit 16 Gigabyte auskommen, hat aber dafür einen Steckplatz für microSD-Karten, der beim Atom fehlt. Dafür schluckt der Outdoor-Winzling zwei SIM-Karten. Die größte Schwachstelle ist Unihertz ebenfalls angegangen: Mit 2000 Milliamperestunden wurde die Akku-Kapazität mehr als verdoppelt und das Handy sollte damit locker über den Tag kommen, was beim Jelly nicht unbedingt der Fall ist.

 

Android auf dem neuesten Stand

 

Geladen wird das Gerät über einen USB-C-Eingang und mit Android 8.1 ist das Betriebssystem auf dem neuesten Stand, das Sicherheitsupdate stammt aus dem April. Wie schnell weitere Aktualisierungen kommen, muss sich aber erst noch zeigen. Fitness-Freunde werden sich über einen integrierten Schrittzähler freuen, der bei einem Outdoor-Handy aber eigentlich auch nicht fehlen darf.

 

Die Kameraausstattung scheint zumindest auf dem Papier ebenfalls stark verbessert zu sein: 16 Megapixel hinten, 8 an der Front. Zu viel sollte man sich aber auch von diesen Knipsen nicht erwarten, wirklich gute Kameras haben ihren Preis und würden das Gerät zu teuer machen. Wie viel es in Europa kosten wird, ist noch offen. Liegt der Preis wie beim Jelly Pro letztendlich um die 150 Euro, könnte es ein sehr interessantes Freizeit-Smartphone für kleine Taschen und schmale Geldbeutel sein.


https://www.n-tv.de/technik/Das-Unihertz-Atom-ist-ein-Outdoor-Zwerg-article20450843.html